Handwerkliches Geschick war beim Wagenbauseminar gefragt. Unter der Leitung von Brigitte Weber, seit über 18 Jahre in Dortmund aktiv, u.a. Bau des kleinen und großen Prinzenwagen, wurden übergroße Köpfe, von der Planung bis zur Vollendung, gebaut.

Bei diesen Temperaturen sucht man eigentlich den Schatten in der Nähe von Wasser und genießt ein kühles Getränk. Über 15 Teilnehmer des Wagenbauseminars wählten die Alternative und erschufen in 16 Stunden Riesenköpfe. „Das A und O ist eine gute Vorplanung“, so Brigitte Weber, die durch das Seminar führte. In Gruppen von zwei bis vier Personen ging es dem Holz zunächst an den Kragen (Säge). Mit einfachsten Materialien aus dem Baumarkt oder Zoohandlung und Discounter, lassen sich beeindruckende Motive für den Rosenmontagszug gestalten.

„Vorplanung ist das A und O“, so Brigitte Weber

Nach dem Studium des Bauplanes fiel der Startschuss. Zunächst wurden zurecht gesägte Dachlatten mit einfachen Schnellbauschrauben verbunden und im Anschluss mit feinlöchrigem Kaninchendraht überspannt. Nun kam für die Teilnehmer doch die ersehnte Abkühlung, als in Wasser getränktes einfaches Blumenpapier nass auf den Draht aufgelegt wurde. In kürzester Zeit, bedingt durch die besten Wetterbedingung, trockneten die Gebilde, wobei schon Konturen zu erkennen waren.

Kochkünste sind beim Wagenbau ebenfalls gefragt

Nun wurden die Kochkünste getestet. Milchsuppe stand auf dem Speiseplan, eine erwärmte Kombi aus Knochenleim (Gelatine), Kreide (wird auch zur Markierung von Sportplätzen verwendet) und einfachem Wasser. Langsam wurde diese Masse Schichtweise aufgetragen, bis die Figur vollständig bedeckt war. Nun noch Grundieren und mit Farbe dem Ganzen den richtigen Glanz für den nächsten Zug geben.

Jacques Tilly inspirierte – 18 Jahre Erfolg im Wagenbau

Seminarleiterin Brigitte Weber, ihres Zeichens Mitarbeiterin in einer Großküche, machte „ihr“ Hobby zum Erfolg. Nach dem Besuch eines Workshops in Düsseldorf, bei Jacques Tilly, ließ sie sich inspirieren und baute für die Roten Funken in Dortmund neben den Prinzenwagen div. Motivwagen. Ca. 500 Stunden hat solch ein Motivwagen inne, an dem 15 Personen gearbeitet haben, bis er einsatzbereit war. Der zeitliche Verlauf ist abhängig von den Themen, politische Themen werden aufgrund der Aktualität kurzfristig umgesetzt, allgm. Themen haben eine längere Vorlaufzeit. Bei alledem ist das Wetter eine „Unbekannte“. Je kälter es ist, desto schwieriger wird es mit dem Trocknungsprozess – somit hatte das Sommerseminar einen Vorteil. „25 Stunden ist mein Rekord, einen Wagen zu komplettieren incl. Farbe“, so Weber, „pünktlich um9 Uhr am Rosenmontag stand der Wagen bereit“. Ideenreichtum, Leistung und Spontanität ist gefragt in diesem Genre. Nach diesem erfolgreichen Angebot steht einem weiterem Seminar nach der kommenden Session nichts im Wege, schon jetzt schwirren Brigitte Weber Ideen durch den Kopf, die nur auf „ihre“ Umsetzung warten.

Grundschulung Showtanz

   
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